EM und Nationalstolz

Yeah, die EM läuft und unsere Deutsche Nationalmannschaft erringt einen Sieg nach dem anderen. Das ganze Land ist im Fussballfieber versunken und freut sich auf das nächste Spiel und den nächsten Sieg. Alle Leute bekennen Farbe und hiessen die Deutsche Flagge. Autokorsos fahren durch die Strasse. Für alle gibt es kein halten, wenn es darum geht die deutsche Mannschaft anzufeuer und mit allen anderen zusammen zu feiern. So verhält es sich zurzeit in Deutschland und ich denke alle stimmen mir zu, wenn ich die Beschreibung so abliefere. Oder doch nicht?
Ein Fehler ist mir wohl doch unterlaufen und der bezieht sich auf die korrekte Verwendung der Pronomen. „Unsere“ Nationalmannschaft?, „Das ganze Land“, „Alle Leute“ „mit allen zusammen feiern“? Ich denke nicht alle werden damit zufrieden sein. Ich denke man könnte einen bekannten Comic zitieren, wenn ich sage: „Das ganze Land feiert! Das ganze Land? Nein, ein kleiner Teil der Bevölkerung widersetzt sich heftigst dem Freudentaumel!“
So hoch die Freude über die Siege bei einem grossen Teil der Bevölkerung ist, gibt es doch immer noch Leute, die sich nicht mit dem Geschehen indifizieren können. Hier lässt sich eine Einteilung vornehmen.
Da wäre zum einen die harmloseste oder ruhigste Gruppe. Das sind diejenigen, die einfach kein Interesse am Fussball haben. Ob nun eine andere Sportart, uninteressiert an jeglichen Sport, jeder Sport nur nicht Fussball oder ich schau ja Fussball aber die EM oder WM schau ich nicht. Alles ist möglich. Diese Gruppe schaut die EM einfach nicht, sagt nichts weiter über die Fussballverrückten oder schimpft ein bisschen auf sie, weil sie Abends zu laut sind und einen das ganze doch eigentlich nicht interessiert und man in Ruhe gelassen werden will. Auch hier ist das Meinungsbild vielschichtig.
Die andere Gruppe bildet sich aus dem Rest derjenigen, die nicht am Fan-Sein teilhaben wollen und nicht zur ersten Gruppe gehören. Erstmal können wir all die Bürger aus Deutschland, die für eine andere Mannschaft als die Deutsche fiebern und zwar aus Gründen der Nationalität, ausschliessen. Auf die Gruppe auf die ich eigentlich hinaus wollte sind die, die sich gegen Deutschland und den aufkommenden Nationalismus der EM stellen. Zu Recht sucht man diese Leute im Linken-Anarcho Lager, oder wie auch immer man diese Richtung bezeichnen will. Dazu gehören wohl alle, die etwas gegen Nationalismus allgemein, gegen Deutschland oder gegen jeden Staat oder was auch immer, haben. Diese Leute gehen meist nicht so ruhig vor, wie es die erste Gruppe tut. Da werden laut „Nie wieder Deutschland“ Rufe angestimmt, „Scheiss Deutschland“ oder was man sich sonst noch gegen Deutschland ausdenken kann. Neben friedlichen Meinungsbekundungen über die Stimme gibt es auch noch die extremere Form. Und zwar eine Aktion, die dem Nationalismus mit Sachbeschädigung und Diebstahl zu leibe rücken will. Hier ein schöner Artikel dazu: klick mich! oder ein ganz objektiver Artikel der Bild, wie wir sie von ihnen kennen klich mich auch!
Auf all solche Aktionen will ich hier nicht weiter eingehen und auch nicht ob sie gut oder schlecht sind. Dazu habe ich meine Meinung, die ist aber nicht Teil des Artikels hier.
Worauf ich eingehen will ist, ob diese zweite Gruppe recht hat. Nimmt der Nationalismus in Deutschland zu, nur weil die deutsche Mannschaft einmal alle 2 Jahre auf die Bühne tritt und ihr Können unter beweis stellt? Auf den ersten Blick ist erstmal eine Zunahme des Flaggenstolzes festzustellen. Überall sieht man SchwarzRotGold in Fenster, an Wänden, an Autos, auf Fahnenmasten und so weiter. Man könnte also die Aussage treffen, dass man sich wie im Dritten Reich fühlt. Auch da war die Flagge ein wichtiges Symbol für die Menschen. Vergleicht man Bilder von früher mit Heute sieht man diesen Vorwurf ja eigentlich bestätigt. Doch hier ist doch schon die erste Fehlannahme. Natürlich zeigen wir über die 2 Jahre in denen keine WM oder EM stattfindet die deutsche Flagge kaum und natürlich nimmt dies zu, wenn WM oder EM ist, aber das wir deswegen Nationalistisch sind. Wohl eher nicht.
Natürlich gibt es manch Rechten der sich am Fahnenreichtum erfreut und darin auch nationalistische Züge festmacht, aber für den Ottonormalverbraucher ist dieses Fahne zeigen nichts anderes als gesunder Patriotismus. Die Nationalmannschaft repressentiert die besten Fussballer des Landes und damit ist sie, wie der Bundestag, eine Vertretung des Volkes. Das sich manch einer nicht zu diesen Volk dazu zählt kann man nicht ändern. Aber lasst doch den anderen, die sich als deutsche Bevölkerung verstehen, diesen Spass. Dank der deutschen Geschichte schwebt ein ständiges Verbot über jeglichen Nationalstolz über der Bevölkerung. Ist man Stolz auf Deutschland ist man ein Nazi. So einfach werden Schubladen gebildet. Wie kann ein stolzer Deutscher kein Rassist und Nazi sein. Das geht ja eigentlich gar nicht.
Doch es soll eich gesagt sein: Das geht. Ich habe in meinen Umfeld viele die für die Deutsche Mannschaft jubeln und ich kann mir bei keinen Vorstellen, dass er gegen Ausländer hetzt oder die Deutschen als Heerenrasse sieht. Die von denen ich rede sind einfach ganz normale Leute, die sich freuen, dass ihre Vertretung gewinnt und um sich Unterstützer ihrer Vertretung zu sehen, zeigen sie eben Flagge. Es heisst zwar, dass die deutsche Mannschaft nie hört wenn hier wegen einem Tor gejubelt wird, doch denke ich, dass das nicht stimmt. Warum sollen sie kein Filmmaterial oder im Internet Posts sehen, sie zeigen, dass die Menschen stolz auf das sind was sie da tun. Und warum soll dies nicht dazu führen, dass sie sich besser fühlen oder motivierter.
Und wenn stolz auf sein Land sein heisst, dass man Nazi ist und andere Nationen herabstuft dann, liebe Anti-Deutsche u.ä., werft doch mal einen Blick über den Atlantik. Da ist nämlich eine Nation, die ohne Patriotistischer ist als so manch anderes Land und die bei jeder Gelegenheit ihre Flagge zeigt, nicht nur bei Sportevents. Und eine Nation die in der Vergangenheit auch nicht nur das demokratische, alle sind gleich Land waren, dass sie so gerne wären. Eine gewisse Bevölkerungsgruppe wurde doch lange Zeit öffentlich diskriminiert und wird noch heute diskriminiert. Aber davon will so mancher Linker nichts hören. Da sind es nur die Deutschen und ihre Nazivergangenheit was im Kopf hängen bleibt.
Was ich sagen will ist, dass vielleicht der ein oder andere Rechte plötzlich wieder aufwind bekommt, weil seine Deutsche Mannschaft die anderen Nationen besiegt, doch das ist angesichts der Zusammenstellung der DFB11 eher fragwürdig, ob sich da ein so rassischer Deutscher mitfreuen darf. Doch der Grossteil, abgesehen vom Fremdenhass, der sich in vielen Köpfen noch versteckt, freuen sich die Menschen einfach nur, dass ihre Vertretung eine tolle Leistung zeigt und sind stolz, dass diese Fussballer aus ihren Reihen kommt. Und um ehrlich zu sein und meine Meinung mal zu sagen, ich bin froh, dass die Deutschen so langsam ihr 2WK Drama überwinden. Es versteht sich von selbst, dass so etwas wie damals, eine solche Stimmung und solche Taten nie wieder komemn dürfen. Aber ich finde es ist erlaubt, auf seine Kultur stolz zu sein und auch auf eine Nation, die seiner Bevölkerung viel Luxus gibt. Luxus von denen andere Menschen nur träumen können. Deswegen: Freut euch über Deutsche Siege, werdet nicht rassistisch oder nationalistisch und beschädigt nicht das EIgentum anderer Leute, dann hat doch jeder was davon. Ein bisschen Ablenkung und Glück darf sich doch jeder Mensch in dieser Zeit gönnen.
Mit diesen Worten verabschiede ich mich,
Euer Udo!


1 Antwort auf „EM und Nationalstolz“


  1. 1 olivegansxe 28. Juni 2012 um 20:28 Uhr

    Ein sehr schöner Artikel, ich würde mich persönlich in die Kaste Linker/Anarcho einordnen. Aber das ist auch egal, mir geht es im folgendes: Wie kann man auf ein Land stolz sein? Bedeutet „stolz sein“ nicht ein positives Gefühl, also Zufriedenheit mit seinen Handlungen oder Verhalten? Wie kann ich als Einzelner also stolz auf ein Land sein? Ein Land wo ich weder zu der aktuellen Außen- oder Innenpolitischen Lage wirklich etwas beitrage oder beigetragen habe. „Der Stolz entspringt der (subjektiven) Gewissheit, etwas Besonderes, Anerkennenswertes oder Zukunftsträchtiges geleistet zu haben oder daran mitzuwirken.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Stolz ( Ich weiß, Wikipedia ist uncool. )

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.